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Drei Fragen zu Elektromobilität an…
…Kurt Sigl, Präsident Bundesverband eMobilität e.V

Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands eMobilität e.V., gab uns exklusiv für den Arval Newsletter eine Experteneinschätzung zu den Perspektiven Deutschlands als zukünftigen Standort für Elektromobilität.
- Kann Deutschland einer der weltweit führenden Anbieter von Elektrofahrzeugen werden? Oder wird Deutschlands Automobilindustrie durch die Entwicklung der Elektromobilität gefährdet?
Von einer Gefährdung der deutschen Automobilindustrie kann keine Rede sein. Vielmehr eröffnet die Elektromobilität der deutschen Wirtschaft vielversprechende Chancen! Dazu müssen wir jetzt aber die Zeichen der Zeit erkennen und handeln: Im Bereich der Akkumulatoren und Speichertechnik ist es beispielsweise nötig, dass wir uns besser aufstellen; gerade bei den Produktionsstätten sehe ich noch Nachholbedarf, hier darf Deutschland nicht den Anschluss an ausländische Konkurrenten verlieren. Wenn wir das schaffen, kann die deutsche Industrie unter den führenden Anbietern von Elektrofahrzeugen ganz vorne mitspielen.
- Die nationale Plattform Elektromobilität, das Beratungsgremium der Bundesregierung, hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland bis 2020 als Leitanbieter für Elektromobilität zu positionieren. Kann dieses Ziel erreicht werden?
Dieses Ziel kann nicht nur erreicht werden, es muss erreicht werden! Das Bestreben unseres Verbands ist es, bis 2020 nicht nur eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen, sondern vier bis fünf Millionen. Wir müssen anfangen, über den Tellerrand hinaus zu schauen, um das große Ganze zu erkennen: Elektromobilität wird der Grundstein für eine komplett neue Mobilität sein, welche – angepasst an die zukünftigen Bedürfnisse der Menschen – auch flexible Mobilitätskonzepte wie Car Sharing oder eine Mobilitäts-Flatrate miteinschließt. Elektrofahrzeuge werden dabei im Kurzstreckeneinsatz eine zentrale Rolle spielen.
- Welche Herausforderungen sehen Sie im Zuge der weiteren Entwicklung der Elektromobilität?
Die Umstellung auf ein Elektrofahrzeug ist weder ein technisches noch ein finanzielles Problem. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur beispielsweise wird vollkommen überbewertet, denn aussagekräftige Zahlen belegen, dass 80 % der elektrisch angetriebenen Fahrzeuge zuhause aufgeladen werden. Ebenso ist die Reichweitenproblematik reine Kopfsache: 80 % der Menschen legen am Tag nicht mehr als 60 km zurück, mit einem Zweit- oder Drittauto nicht mal mehr als 25 bis 30 km. Jedes Elektroauto schafft heute locker 100 km. Was wir also brauchen, ist ein Umdenken in den Köpfen der Menschen, es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel! Das ist in meinen Augen die größte Herausforderung.
Wenn Sie zum Thema Elektromobilität weitere Fragen haben oder Antworten suchen, wenden Sie sich bitte an kontakt@arval.de.


